Impfungen – Übersicht

Impfungen – allgemeines

Durch Impfungen können gewisse Infektionskrankheiten vorgebeugt werden. Grundsätzlich sollten Impfungen ca. 4-6 Wochen vor Abreise durchgeführt werden. So können allenfalls Wiederholungsimpfungen vor Abreise noch problemlos durchgeführt werden. Bei Last-Minute-Reisen können aber gegebenenfalls auch noch gewisse Impfungen kurzfristig durchgeführt werden.

Planen Sie einen längeren Aufenthalt in den Tropen, ist eine erste Beratung bezüglich Planung der Impfungen 2-3 Monate vor Abreise sinnvoll.

Beachten Sie bitte, dass nicht alle Impfungen je nach Versicherungsstatus von der Krankenkasse übernommen werden.

Gelbfieber (GF)

siehe dazu die separate Seite hier

Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphterie

Die Vorbereitung auf eine Tropenreise sollte dazu benützt werden, diese auch bei uns sinnvollen Impfungen nötigenfalls auffrischen zu lassen (alle 10-20 Jahre je nach Alter). Die Kosten für diese werden durch die Krankengrundversicherung übernommen.

Keuchhusten (Pertussis)

Eine Auffrischung wird im Alter von 25-30 Jahren oder vor einer geplanten Schwangerschaft empfohlen. Ebenfalls wird zu einer Auffrischung bei Kontakt mit Säuglingen in einem höheren Alter geraten (zB Grosseltern). Die Keuchhusten-Impfung ist im Moment nur kombiniert mit Diphtherie und Wundstarrkrampf erhältlich.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Trotz starken Bestrebung die Kinderlähmung auszurotten, gibt es immer noch einige Länder Asiens und Afrika, wo die Krankheit verbreitet ist.

Kinderlähmung kann auch bei Erwachsenen auftreten. Der Name „Kinderlähmung“ ist diesbezüglich irreführend. Es wird empfohlen die Impfung aufzufrischen, wenn diese mehr als 10 Jahre zurückliegt und wenn die Reise in ein Land führt, wo Polio noch ein Risiko darstellt, d.h. hauptsächlich in Afrika und Asien.

Masern, Mumps, Röteln (MMR)

Mumps und Röteln sind weltweit auftretende Viruserkrankungen. Rötelnerkrankungen während einer Schwangerschaft können schwere Missbildungen des ungeborenen Kindes hervorrufen. Mumps kann beim Mann zu einer Hodenentzündung als Komplikation führen. Eine einzelne Impfung oder auch eine durchgemachte Röteln- oder Mumpsinfektion bittet keinen Schutz vor einer erneuten Infektion. Masernepidemien treten immer wieder weltweit auf, auch in Europa und der Schweiz. Masern ist eine oft sehr schwere und mit Komplikationen verlaufende Krankheit, auch für Erwachsene.

Zwei Grundimpfungen als Kind geben einen lebenslangen Schutz. Erwachsene, welche nach 1963 geboren wurden und keine oder nur eine Impfungen hatten, wird diese Impfung empfohlen.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Viruserkrankung, welche zu einer schweren Leberentzündung mit Gelbsucht führen kann.

Uebertragen wird der Virus durch kontaminiertes Wasser und Nahrungsmittel. Die Hepatitis A gehört zu den häufigsten Tropenerkrankung bei ungeimpften Personen. Sie wird empfohlen bei Reisen nach Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika und Teile Osteuropas. Bei Kindern verläuft die Infektion meist asymptomatisch und verleiht eine lebenslange Immunität. Eine Impfung von Kindern kann allerdings indiziert sein, da das Virus vom infizierten Kind über mehrere Wochen ausgeschieden wird und dann Epidemien bei nicht geimpften Kindern und Erwachsenen z.B. im Hort oder in der Schule auslösen kann. Die Impfung ist ab dem 1. Lebensjahr möglich.

Nach der Erstimpfung besteht ein Schutz für etwa ein Jahr, nach einer erneuten Auffrischimpfung 6-12 Monate später für mindestens 20 Jahre.

Hepatitis B

Auch dies ist eine virusbedingte Leberentzündung, welche durch infiziertes Blut und ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Risiken sind überdies Tätowierungen und Akupunkturbehandlungen mit unsterilen Instrumenten, medizinische Tätigkeiten u.a. Empfohlen wird die Impfung für für medizinisches Personal, Polizeibeamte, Drogenkonsumenten etc. und bei Langzeitaufenthalten (>30 Tage) oder bei häufigen Tropenaufenthalten in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die vollständige Grundimmunisierung umfasst 3 Impfungen: Monate 0, 1, 6. Titerkontrolle bei Hochrisikogruppen: 4 Wochen nach der letzten Impfung. Ein Schnell-Impfschema ist möglich: Tage 0, 7, 21. 4. Dosis: nach 12 Monaten. Schutzdauer: lebenslang. Mit einem Kombinationsimpfstoff ist eine gleichzeitige Immunisierung gegen Hepatitis-A und Hepatitis-B möglich. Kombinationsimpfstoff Hepatitis A+B: Erwachsene (>15 Jahre): 3 Injektionen (0, 1, 6-12 Monate). Kinder (1-15 Jahre): 2 Injektionen (0, 6 Monate).

Die Hepatitis-B-Impfung gehört heute zum empfohlenen Katalog der Grundimpfungen für alle Jugendlichen in der Schweiz.

Abdominaltyphus

Typhus-Salmonellen sind weltweit verbreitet, vorallem in Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen. Das Erkrankungsrisiko ist dennoch eher gering und die Infektion durch Antibiotikabehandlung zuverlässig heilbar.

Uebertragen wird Typhus durch kontaminiertes Wasser und Nahrungsmittel. Die Impfung ist empfohlen bei Reisende mit erhöhtem Risiko in Hochrisikogebieten, z.B. Reisen abseits gängiger Routen und Vepflegung unter ungünstigen hygienischen Bedingungen >30 Tage oder bei Reisen nach Nordafrika, Westafrika, indischer Subkontinent, Peru.

Schluckimpfung VIVOTIF®: 3 x 1 Dosis an den Tagen 1, 3, 5, jeweils eine Stunde vor der ersten Mahlzeit. Impfstoff im Kühlschrank aufbewahren. Erst bei Kindern ab 2 Jahren möglich. Wirkungseintritt 14 Tage nach Einnahme der letzten Dosis. Schutzdauer 1 Jahr.

Tollwut

Empfohlen wird die Impfung bei Reisenden mit hohem Individualrisiko (z.B. Trekking, Fahrradreisen etc), Aufenthalte über 4 Wochen in Hochrisikogebieten (z.B. Südasien, China), ferner alle Aufenthalte über 3 Monate bei in der Entwicklungszusammenarbeit tätige Personen und deren Kinder. In der Schweiz auch bei Tierärzten inkl. Studenten, tierärztlichen Praxisassistenten, exponierten Tierpflegern, -händlern und -seuchenpolizisten; Fledermaus-Forschern, -Schützern und -Liebhabern und anderen Personen mit mehr als einem körperlichen Fledermaus-Kontakt pro Jahr; Personal in Diagnostiklabors (mit Tollwut-Diagnostik), Tollwutforschungslabors oder Tollwutimpfstoff- Produktionslabors. Die Impfung besteht aus 4 Injektionen 0, 1, 2 Monate + 1 Jahr oder Tage 0, 7, 21-28 + 1 Jahr (ev. auch später. Jede Impfung zählt!).

Eine Auffrischung ist bei vollständig geimpften Reisenden nicht routinemässig vorgeschrieben. Bei Hochrisikopersonen (Labor, Tierärzte, Fledermausforscher usw.) erfolgt diese je nach Titer.

Für Kinder gelten keine Einschränkungen, Impfung wie beim Erwachsenen.

Die korrekte Impfung schützt nicht lebenslang und nicht vollständig gegen Tollwut. Deshalb muss bei Exposition (z.B. nach einem Tierbiss) sofort nachgeimpft werden (total 2 Nachimpfungen am Tag 0 und 3).

Der Infektionsschutz besteht 2 Wochen nach der 3. Impfung. Die Schutzdauer beträgt 2-5 Jahre. Nachkontrollen nur bei Hochrisikogruppen notwendig. Reisende werden nach der Grundimmunisation mit 4 Dosen nur noch im Expositionsfall nachgeimpft.

Meningitis (bakterielle Hirnhautentzündung)

Die bakterielle Hirnhautentzündung durch Meningokokken fordert insbesondere in verschiedenen Sahelländern Afrikas in Form von wiederkehrenden Epidemien viele Opfer unter der Bevölkerung. Die Hauptübertragungszeit ist die Trockenzeit von Dezember bis Juni. Für längere Tropenaufenthalte und in aktuellen Risikozonen ist eine einmalige Impfung empfehlenswert. Der Infektionsschutz besteht 10 Tage nach der Impfung. Die Schutzdauer beträgt 5 Jahre.

Meningitis Serogruppe C: Die Impfung mit einem Konjugatimpfstoff gegen Serogruppe C wird vom militärärztlichen Dienst für Rekruten empfohlen. Auch gefährdete Kleinkinder werden damit geschützt. Gewisse Hochschulen im Ausland (z.B. in England) verlangen die Impfung für neue Studenten.

Ein Impfobligatorium gegen Meningokokken-Meningitis besteht für Pilger in Saudiarabien.

Japanische B-Enzephalitis

Ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion des Zentralnervensystems, welche in Gebieten von Indien, Südost- und Ostasien verbreitet ist.

Die Impfung wird empfohlen bei Aufenthalt in ländlichen Regionen mit Wasserlandwirtschaft und nächtlichen Aktivitäten im Freien in den Endemiegebieten (Asien) und während Risikoperioden (Indonesien, Philippinen ganzjährig, restl. Asien von April bis Oktober).

Insgesamt 2 Injektionen: Tage 0 und 28.

Cholera

Die Cholera ist in Asien, Afrika und Südamerika weit verbreitet. Das Infektionsrisiko ist für Besucher trotzdem sehr gering (- etwa 1 auf 500’000). Ferner kann eine allfällige Erkrankung an dieser fieberlosen Darminfektion mit Durchfall durch angemessenen Ersatz der verlorenen Flüssigkeit (- allenfalls ergänzt durch ein Antibiotikum -) zuverlässig behandelt werden. Eine Impfung ist für Touristen selten angezeigt. Empfohlen wird sie aber für Entwicklungshelfer, insbesondere in Flüchtlingslager. Sie erfolgt heute meistens mit einem Schluckimpfstoff.

Tuberkulose

Diese stellt für den Touristen trotz weiter Verbreitung in den Tropen kaum eine Gefährdung dar. Eine BCG-Impfung ist vor längeren Aufenthalten für Kleinkinder zu erwägen; mindestens aber ist eine regelmässige Tuberkulin-Testung vorzusehen.

Impf-Nebenwirkungen

Alle empfohlenen Impfungen sind grundsätzlich sehr gut verträglich.

Bei allen injzierten Aktivimpfungen können (- bei etwa 10% der Geimpften -) ein bis mehrere Tage nach der Impfung an der Impfstelle eine Schwellung und Schmerzen auftreten, gelegentlich begleitet von etwas Fieber. – Die Behandlung besteht in kühlenden Umschlägen und nötigenfalls Aspirin (Alcacyl) oder Paracetamol (Panadol u.a.).

Ausgeprägtere Reaktionen (höheres Fieber, generalisierter Juckreiz u.a.) sind extrem selten. Bei vermuteten stärkeren Impfreaktionen konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt oder wenden Sie sich telefonisch an die Impfstelle.

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